Tag 2: Auf großer Fahrt – Mit dem Forschungsschiff FS Alkor auf der Ostsee

Gestern berichteten wir bereits von Tag 1 am Geomar in Kiel – heute nun zeigen wir euch, was unser Gewinner des DFG-Spezialpreises „MeerWissen”, Tobias,  am zweiten Tag auf seiner Ausfahrt mit dem Forschungsschiff FS Alkor erlebte. Tobias gewann mit seinem Video „Kein Plastik Meer“ den Hauptpreis des DFG-Spezialpreises „MeerWissen“. Dieser Spezialpreis wurde 2016 von Fast Forward Science und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgerufen und richtete sich an Schülerinnen und Schüler, die ein Video zum Thema des Wissenschaftsjahres produzierten.

Die Ausfahrt mit der FS Alkor war für Tobias ein spannendes Erlebnis, denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mit einem Forschungsschiff auf die Ostsee zu fahren und selbst kleine Experimente durchzuführen? Was Tobias auf der Ausfahrt erlebt hat und was ihn am meisten überraschte, erfahrt ihr hier:

Tag 1: Hinter den Kulissen – Zu Besuch im Geomar – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung

2016 haben wir bei Fast Forward Science zusammen mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den DFG-Spezialpreis „MeerWissen“ ausgerufen. Gefragt waren Webvideos, produziert von Schülerinnen und Schülern, die sich mit dem Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane auseinandersetzten. Zu gewinnen gab es eine Ausfahrt auf einem Forschungsschiff, ein unvergessliches Erlebnis, zumal man eine solche Gelegenheit nicht alle Tage bekommt.

Tobias, der mit seinem Video „Kein Plastik Meer“ den ersten Platz belegte, war nun für zwei Tage zu Gast beim Geomar – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Bevor es für Tobias auf die Ostsee ging, gab es am ersten Tag erst einmal einen Blick hinter die Kulissen: Wie kann man sich die Arbeit in einem Forschungszentrum vorstellen? Mit welcher Technik wird unter und über Wasser gearbeitet? Und was sind die dringendsten Fragen in der Meeresforschung?

Wir haben Tobias bei der Tour mit Andreas Villwock, dem Leiter für Kommunikation und Medien am Geomar, begleitet und seine Eindrücke festgehalten:

Fast Forward Science goes ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Bereits zum zweiten Mal werden die Gewinnervideos des Fast Forward Science im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe ausgestellt. Das besondere in diesem Jahr: Die Besucherinnen und Besucher können ihre Hand über ein Sensorfeld bewegen und so mit ihren Gesten den Cursor steuern und durch die Videos navigieren. Welches Video sie sich somit zuerst ansehen, bleibt ganz ihnen überlassen.

Die Ausstellung befindet sich in der Medialounge des ZKM (Öffnungszeiten: Di–Fr: 10:00–19:00 Uhr // Sa–So:13:00–18:00 Uhr // Mo: geschlossen) und läuft noch bis zum 30. April 2017.

Ein kleiner Vorgeschmack:


© ZKM | Videostudio 2016
Konzept: Anett Holzheid, Peter Müller
Kamera/Editing: Peter Müller
Protagonist: Alessandro Gocht

Im Interview // Teil 3

Es folgt Teil 3 unserer Interviewreihe mit den Fast Forward Science Preisträgern 2016.

Lukas Stadelmann hat mit zwei Freunden das Video „VI“ oder auch „Virtual Insanity“ produziert. Das dies erst das zweite gemeinsame Video der drei ist, merkt man in keiner Sekunde. Mit ausdrucksstarken Bildern haben sie die Jury überzeugt und in der neuen Kategorie VISION den ersten Platz belegt.

Schon lange im Geschäft der Webvideos aktiv, ist Marcel vom YouTube-Kanal Techtastisch. Mit über 250.000 Abonennten gehört sein Kanal zu den größten Kanälen mit Lifeexperimenten. In diesem Jahr gewann er mit dem Video „Diamanten verbrennen! Für die Wissenschaft!“ den Community Award.

 

Im Interview // Teil 2

Heute geht es weiter mit der Interviewreihe unserer Preisträger. Gemein ist den beiden, dass sie bereits zum zweiten Mal am Fast Forward Science teilgenommen haben.

Finn vom YouTube-Kanal BYTEthinks hat in diesem Jahr insgesamt sogar drei Plätze beim Wettbewerb abgeräumt. Platz 1 bei der Super Fast 48h-Challenge und jeweils Platz 3 in der Kategorie Substanz und beim Community Award. Wie er das geschaffft hat und warum ihn das Medium Webvideo fasziniert, hat er uns in einem kurzen Interview am Tag nach der Preisverleihung geschildert.

Den 1. Platz in der Kategorie Substanz gewann Prof. Dr. Boris Zernikow und sein Team vom Deutschen Kinderschmerzzentrum. Wie sie Videos in ihrer Arbeit einsetzen, beispielsweise um Kinder und Jugendliche über den richtigen Medikamenteneinsatz bei Kopfschmerzen aufzuklären, berichtete er uns in einem kurzen Gespräch wenige Stunden vor der Preisverleihung.

 

Im Interview // Teil 1

Am 6. Dezember fand in Bielefeld die Preisverleihung des Fast Forward Science 2016 statt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und die Erstplatzierten zum kurzen Videointerview gebeten. Die Ergebnisse werden wir in den kommenden Tagen mit euch auf unserem Blog teilen.

Tobias Djuren hat den DFG-Spezialpreis MeerWissen gewonnen. Sein Video „Kein Plastik Meer!“ kommt ganz ohne Sprache aus und hat die Jury mit den starken Bildern überzeugt. Auf Tobias wartet mit dem ersten Preis nun eine Ausfahrt mit einem Forschungsschiff, Start ist beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Der DFG-Spezialpreis wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgerufen und richtete sich an Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren.

Von der Gewinnerin der Kategorie >>SCITAINMENT Mai Thi Nguyen-Kim wollten wir wissen, wie sie zum Videomachen gekommen ist. Und da Mai auch selbst Wissenschaftlerin ist, hat uns ihre Sicht auf Wissenschaftskommunikation natürlich ganz besonders interessiert.

Fast Forward Science Preisverleihung 2016

Am 6. Dezember haben wir beim Forum Wissenschaftkommunikation feierlich die diesjährigen Fast Forward Science Preisträger ausgezeichnet. Moderiert wurde die Preisverleihung von Ulrich Grünewald, im Anschluss gab es Musik von der Balkan-Band Tamam aus Bielefeld.

Ein herzliches Dankeschön an alle Preisträger, Laudatoren, Partner und natürlich an das begeisterungsfähige Publikum. Und da Bilder einfach mehr erzählen:

Fotos: Gesine Born/WiD

TEIL II

webvideo dictionary banner

Was ist ein Vlog? Was macht ein Science Tuber? Wie unterscheiden sich Filme im Netz von anderen filmischen Formaten? Unsere Webvideo Dictionary Reihe erklärt die wichtigsten Begriffe aus dem Webvideo-Kosmos.

Talking Head Ästhetik, f. Statische Bildgestaltung bei halb­naher oder naher Einstellung. In Webvideos oft bedingt durch Gebrauch von technischem Equipment wie Handy-Kamera oder Webcam. Im Bildzentrum ist der Kopf einer sprechenden Person zu sehen. Die Talking Head Ästhetik kommt in Film und Fernsehen besonders in Dokumentationen und Reportageformaten zur Anwendung. In Webvideos ist sie ähnlich wie in diesen Vorläufern Ausdruck von Intimität zwischen dem oder der Sprechenden und ihren Zuschauern.

User-generated content, m. Inhalt, der von den Nutzerinnen und Nutzern einer Webseite selbst erstellt wird. Hierzu zählen Textformate wie Kundenrezension, Blogbeitrag, Wikipedia-Artikel, aber auch Fotografien sowie >>Webvideos. Charakteristisch ist, dass diese Inhalte nicht notwendigerweise einer professionellen Ästhetik folgen. Auch allgemeine Qualitätsstandards werden mitunter nicht eingehalten. 

Wissenschaftskommunikation 2.0, f. Gebrauch digitaler Kommunikationskanäle zur Streuung wissenschaftlich relevanter Informationen. In der Wissenschaftskommunikation 2.0 werden etwa die sozialen Medien (insbesondere Twitter, YouTube, Instagram  und Facebook) zur Verbreitung und Popularisierung von Forschungsergebnissen genutzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler agieren dabei selbst als Kommunikatoren und werden durch die PR-Abteilungen ihrer Forschungseinrichtungen oder Universitäten unterstützt. Ziel ist, den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu fördern. Auch Open Access Publikationen sind Teil der Wissenschaftskommunikation 2.0. Sie schaffen mehr Transparenz und demokratisieren Forschung.  

KURZ VORGESTELLT

Die Gewinner beim Fast Forward Science 2016

Der YouTuber Techtastisch hat mit DIAMANTEN VERBRENNEN! Für die Wissenschaft! beim Community Award den 1. Platz gemacht. In dieser Kategorie hat die YouTube Gemeinschaft durch ihre Likes und Kommentare selbst über ihre Lieblingsvideos abgestimmt.

techtastisch

Name: Marcel H.

Wohnort: Pforzheim

Beruf: Selbständig

FFS: Bei welchen Youtube-Kanälen schaust du besonders oft rein?

Ich schaue sehr gerne Wissensformate, sowohl englische als auch deutsche. Zu den meiner Meinung nach besten deutschen Wissenskanälen, bzw. Kanälen mit „smartem Content“, gehören der Drogenaufklärungskanal Openmind3000 und der kritische Kanal von Rayk Anders.

Wer sind deine wissenschaftlichen Helden?

Ich halte sehr viel von Harald Lesch. Er schafft es wissenschaftliche Themen spannend und verständlich zu erklären. Dass viele auch dieses Bild von Techtastisch haben, bedeutet mir unglaublich viel. Aber generell ist jeder für mich ein wissenschaftlicher Held, der etwas aus dem nichts geschaffen und/oder selbst entdeckt hat.

Was ist die größte Herausforderung bei der Produktion eines Wissenschaftsvideos?

Das Budget: In meinem Kopf schwirren viele XXL Projekte, die ich aus Kostengründen leider nicht umsetzen kann. Ohne Sponsor muss dieses Geld logischer Weise aus der eigenen Tasche fließen. Zum Glück unterstützt mich aber meine Community über die Crowdfunding-Seite „Patreon“ ziemlich stark.

Zeit war für mich früher auch ein Hauptproblem, aber für seine Leidenschaft opfert man gerne ca. 70% seiner Freizeit, die man im Wachzustand verbringt. Seitdem ich selbständig bin, fehlt mir die Zeit für mehr und aufwendigere Produktionen nicht mehr. Dafür wird aber wiederum das Budget stark eingebremst.

Was heißt Wissenschaftskommunikation für dich? Ist es überhaupt ein Thema für dich?

Was ich mir gerade darunter vorstelle, wird wohl ‚das Bewusstsein der Gesellschaft für aktuelle Fortschritte‘ sein. Ich finde es gut, zu wissen, was möglich ist. Auch das sollen meine Videos (mehr oder weniger) mit einem ‚Aha-Effekt‘ meinen Zuschauern zeigen (Es gibt Metalle, die ’sicher‘ flüssig auf der Hand verweilen können / Es gibt echte Laser, die Sachen entzünden können / Es gibt Metall von denen man abbeißen kann).

Aber ‚Wissenschaftsnews‘ erfüllen diesen Zweck deutlich besser. Zum Glück liefert YouTube auch solche Formate wie z.B. die Kanäle Clixoom oder Doktor Whatson

Welche Themen interessieren dich  gerade besonders?

Saubere Energien. Sobald regenerative Energien stärker vertreten sind oder (Achtung: Wunschdenken) Kohle und Atomkraftwerke ablösen, wären einige der größtem Umweltprobleme gelöst.

Die Entwicklung von Elektroautos! Städte wären eine wesentlich angenehmere Umgebung, wenn die erhöhte CO2-Emmision verlagert, bzw. mit regenerativen Energien ‚ausgeschaltet‘ würde.

Dein Traumprojekt?

Techtastisch ist mein Traumprojekt. Ich lerne stetig etwas Neues und befasse mich täglich mit Themen und Projekten, die mich erfüllen (Traumjob).

Auf Fantreffen sehe ich, welche Leute ich erreiche. Der junge Teil ist mit 9-17 Jahren schon stark an diesen Themen interessiert, was mir ein gutes Gefühl für unsere Zukunft gibt. Ich habe einen Jungen getroffen, der 11 Jahre alt ist und schon in der 8. Klasse Bestnoten schreibt. Mit dem älteren Teil lerne ich talentierte Menschen kennen, die meine Interessen teilen. Das ist einer der Gründe warum ich im Vergleich zu anderen YouTubern überdurchschnittlich communitynah bin. Ich verstehe mich gut mit meinen Zuschauern.

KURZ VORGESTELLT

Die Gewinner beim Fast Forward Science 2016

In Trust me I’m a Scientist hält Mai Thi Nguyen-Kim vom YouTube-Kanal The Secret Life of Scientists ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Wissenschaftskommunikation. Dafür wurde sie mit dem 1. Platz in der Kategorie Scitainment ausgezeichnet.  
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Name: Mai Thi Nguyen-Kim

Wohnort: Mannheim

Beruf: Wissenschaftskommunikatorin & Chemie-Doktorandin

FFS: Bei welchen Youtube-Kanälen schaust du besonders oft rein?

Oh Gott, ich schau so viel YouTube, da wird die Liste lang… Müsste ich einen  Lieblings-Science-Kanal nennen, dann wäre das wahrscheinlich Doktor Whatson, wenn man auch mal bisschen philosophisch abdrehen will oder auf abgefahrene Gedankenexperimente steht, ein Kanal mit Wooaaahhh!-Effekt.

Auf YouTube schau ich am meisten Unterhaltungsformate, komischerweise sind viele meiner Lieblings-YouTuber Asiaten (Anna Akana, Community Channel, Julien Bam, Ryan Higa), ich schwöre, das ist reiner Zufall!!

Und ich schau auch gerne sämtliche Late-Night-Shows, allen voran Last Week Tonight mit John Oliver (mein absolutes Vorbild!).

Wer sind deine wissenschaftlichen Helden?

Ada Lovelace, Emmy Noether & Marie Curie!

Was ist die größte Herausforderung bei der Produktion eines Wissenschaftsvideos?

Ich finde, Vidoes machen Wissenschaftskommunikation leichter. Man kann die Leute gefühlt direkt durch die Linse ansprechen und sie so viel leichter erreichen als zum Beispiel durch einen Text. Und: Eine gute Visualisierung oder ein cooles Experiment sagen mehr als 1000 Worte!

Was heißt Wissenschaftskommunikation für dich? Ist es überhaupt ein Thema für dich?

Wissenschaftskommunikation ist ein Herzensthema für mich, mit dem ich mich seit dem Beginn meiner Doktorarbeit intensiv auseinandersetze. Ganz allgemein ist gute Kommunikation einer der wichtigsten Bausteine für erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Herausforderungen von Wissenschaftskommunikation fangen im Labor an, wenn man z.B. in interdisziplinären Teams arbeiten muss, oder auch, wenn man z.B. weniger erfahrene Studenten betreut.

Es geht weiter, wenn man eine fantastische Idee oder Entdeckung zu einem Produkt entwickeln möchte. Dann wird es wieder auf gute Kommunikation hinauslaufen, um Investoren und sonstige Unterstützer zu überzeugen.

Und auch der Dialog zwischen Wissenschaftlern und der allgemeinen Bevölkerung gewinnt in Zeiten von Klimawandelleugnern, Impfgegnern und Chemtrailgläubigen immer mehr an Bedeutung. Bei Themen wie Klimawandel ist auch der Dialog zwischen Wissenschaftlern und Politikern unglaublich relevant.

Die allgemeine Herausforderung bei Wissenschaftskommunikation ist immer, die Balance zwischen wissenschaftlicher Vollständigkeit und Verständlichkeit zu finden. Man muss einsehen, dass man nie alle Seiten auf einmal bedienen kann. Man muss sich stattdessen besonders bewusst sein, wen genau man ansprechen und erreichen möchte. Und dazu muss man erstmal bereit sein, seine Expertenblase zu verlassen.

Welche Themen interessieren dich  gerade besonders?

Am meisten Leidenschaft habe ich für wissenschaftliche Themen, die gesellschaftlich relevant sind: Klimawandel, Impfen, alternative Medizin, Tierversuche, Drei-Eltern-Babys, Autonomes Fahren – das sind alles Themen, die eine umfassende Aufklärung fordern und damit auch die Zeit und die Bereitschaft der Wissenschaftler, selbst mit den Menschen in Dialog zu treten.

Dein Traumprojekt?

Eine Art Science-Late-Night-Show mit Live-Publikum! Ich finde sowieso, dass Politik und Wissenschaft in Sachen Komplexität gut vergleichbar sind. Wenn es Satiriker schaffen, etwas so Komplexes wie Politik salonfähig zu machen, dann muss das auch für Wissenschaft klappen. John Oliver, den ich oben als mein Vorbild erwähnte, schafft es auch immer wieder über wissenschaftliche Themen unterhaltsam aufzuklären; ich finde, es sollte ganze Shows geben, die sich darum drehen!