TEIL II

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Was ist ein Vlog? Was macht ein Science Tuber? Wie unterscheiden sich Filme im Netz von anderen filmischen Formaten? Unsere Webvideo Dictionary Reihe erklärt die wichtigsten Begriffe aus dem Webvideo-Kosmos.

Talking Head Ästhetik, f. Statische Bildgestaltung bei halb­naher oder naher Einstellung. In Webvideos oft bedingt durch Gebrauch von technischem Equipment wie Handy-Kamera oder Webcam. Im Bildzentrum ist der Kopf einer sprechenden Person zu sehen. Die Talking Head Ästhetik kommt in Film und Fernsehen besonders in Dokumentationen und Reportageformaten zur Anwendung. In Webvideos ist sie ähnlich wie in diesen Vorläufern Ausdruck von Intimität zwischen dem oder der Sprechenden und ihren Zuschauern.

User-generated content, m. Inhalt, der von den Nutzerinnen und Nutzern einer Webseite selbst erstellt wird. Hierzu zählen Textformate wie Kundenrezension, Blogbeitrag, Wikipedia-Artikel, aber auch Fotografien sowie >>Webvideos. Charakteristisch ist, dass diese Inhalte nicht notwendigerweise einer professionellen Ästhetik folgen. Auch allgemeine Qualitätsstandards werden mitunter nicht eingehalten. 

Wissenschaftskommunikation 2.0, f. Gebrauch digitaler Kommunikationskanäle zur Streuung wissenschaftlich relevanter Informationen. In der Wissenschaftskommunikation 2.0 werden etwa die sozialen Medien (insbesondere Twitter, YouTube, Instagram  und Facebook) zur Verbreitung und Popularisierung von Forschungsergebnissen genutzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler agieren dabei selbst als Kommunikatoren und werden durch die PR-Abteilungen ihrer Forschungseinrichtungen oder Universitäten unterstützt. Ziel ist, den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu fördern. Auch Open Access Publikationen sind Teil der Wissenschaftskommunikation 2.0. Sie schaffen mehr Transparenz und demokratisieren Forschung.  

Do you speak YouTube?

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Wir stellen hier über die nächsten Monate einige zentrale Begriffe aus dem Wortschatz der Webvideo Community vor. Das ist erst der Anfang. Habt ihr Vorschläge für weitere Begriffe, die wir aufnehmen sollten? Dann hinterlasst uns doch einfach einen kurzen Kommentar.

Sciencetuber, -inm./f. YouTuber, die sich hauptsächlich (natur-)wissenschaftlichen Themen, aktueller Forschung und deren Vermittlung an ein breites Publikum widmen. Als interdiskursive Akteure spielen sie eine wichtige Rolle in der >>Wissenschaftskommunikation 2.0, sind aber anders als vloggende Forscher (>>Vlog) nicht notwendigerweise selbst Experten.

Streamingn. Modus des Datentransfers bei dem das >>Webvideo nicht erst vollständig heruntergeladen wird, sondern schon während der Datenübertragung angeschaut werden kann. Beim Zwischenspeichern, dem sogenannte Puffern (Engl. to buffer), kann es zu Übertragungsproblemen kommen.

Vlogn./m. Kurzform für Videoblog. Im Internet veröffentlichtes Videotagebuch, das persönliche Erlebnisse und Vorlieben dokumentiert. Thematisch sind Vlogs offen, meist werden die Inhalte durch den Alltag des Vloggenden bestimmt. Es gibt jedoch auch Vlogs mit konkretem Themenschwerpunkt. In der >>Wissenschaftskommunikation 2.0 zeigen Vlogs u.a. welche Tätigkeiten die Forschungsarbeit eines Wissenschaftlers ausmachen. Charakteristisch ist eine >>Talking Head Ästhetik, durch die Vloggende mit ihrem Publikum kommunizieren.

Webvideon. Meist kurzer Film, der über das Internet Verbreitung findet. Webvideos werden zu unterschiedlichen Themen und Zielen produziert. Als >>Imagevideos nutzen Unternehmen, Stiftungen und Verbände sie in PR-Kampagnen, als >>Vlogs dokumentieren sie die Erfahrungswelt einzelner User und als >>Science Videos dienen sie der >>Wissenschaftskommunikation 2.0. Die weitreichende Verfügbarkeit filmischer Produktionsmittel erlaubt es dabei auch Laien als Videoproduzenten aufzutreten. Bei Webvideos handelt es sich im Unterschied etwa zu Fernsehsendungen oder Spielfilmen, die im Internet hochgeladenen werden, häufig um >>User-generated content. Webvideos unterscheiden sich von anderen gefilmten Formaten oft zusätzlich durch die persönlichere, direkte Ansprache des Zuschauers und ihre Länge, die der kürzeren Aufmerksamkeitsspanne des Internetusers angepasst ist.