Uuunnd … Stop!

Unsere Einreichfrist ist zuende – ja, auch 10 Wochen können manchmal viel schneller vergehen, als man denkt. Am 18. Mai gestartet, ist der Zeitraum für Einreichungen beim diesjährigen Fast Forward Science bereits wieder vorbei. Wir freuen uns über eine Vielzahl von informativen, spannenden, lustigen, künstlerischen und manchmal gar ein wenig verrückten Webvideos zu Wissenschaft und Forschung!

Angefangen bei sozialen Phänomenen wie „Trauer“ bis hin zu modernen und extrem sicheren Kommunikationsmethoden mit Hilfe von Quantenphysik, der Bedeutung von Froschzucht für Reisbauern in Benin, dem Ablauf in einem schwarzen Loch und immer wieder Gentechnik in verschiedensten Anwendungsformen – die Liste der Themen von den eingereichten Webvideos ist lang und denkbar abwechslungsreich!

Nun ist unsere Jury dran – sie werden die Videos sichten und bewerten, was sicher keine leichte Aufgabe sein wird. Damit ihr euch bis zur Jurysitzung Ende September die Zeit vertreiben und eure Favoriten finden könnt, hier die Playlists unserer drei Hauptkategorien mit allen eingereichten Videos:

Playlist >>SUBSTANZ

Playlist >>SCITAINMENT

Playlist >>VISION

Auch für unseren DFG-Spezialpreis MeerWissen, welcher sich speziell an Jugendliche richtete, haben wir eine einigene Playlist eingerichtet – da wir hier teilweise noch auf die Einverständniserklärungen der Eltern warten, liefern die Playlist nach, sobald sie vollständig ist.

Die Zeit läuft… bis zum 31. Juli einreichen! #FFS16

Manche von euch kennen das Problem sicher nur zu gut: Man möchte unbedingt etwas machen, aber jetzt gerade ist das Timing irgendwie ungünstig. Also lieber auf morgen verschieben. Oder übermorgen. Oder nächste Woche. Aber manchmal kann das auch nach hinten losgehen und man verpasst die Chance auf Ruhm, Ehre und Gewinne von bis zu 3.000€… Also, reicht doch lieber jetzt gleich noch beim diesjährigen Fast Forward Science euer Video ein, denn am 1. August um 00:01 Uhr ist es schon zu spät!

Euch stehen in diesem Jahr die wohlbekannten Kategorien Substanz und Scitainment und die neue Kategorie Vision zur Auswahl. Und wenn ihr zwischen 14 und 19 Jahren alt seid, dann könnt ihr sogar bei unserem DFG-Spezialpreis MeerWissen einreichen. Apropos „Einreichen“: das ist gar nicht aufwendig! Einfach hier das Formular ausfüllen, den Link vom Webvideo reinkopieren und absenden!

In diesem Sinne: Der frühe Vogel …äh… verschiebt nichts auf morgen!
Wir freuen uns auf eure Videos!
Euer FFS-Team

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Von Snapchat bis zum Elfenbeinturm- Erstes Fast Forward Science Barcamp präsentiert sich vielseitig und gut gelaunt

Trotz bestem Berliner Sommerwetter fanden sich rund 40 wissenschafts- und videobegeisterte Teilnehmer auf dem ersten Fast Forward Science Barcamp bei Wikimedia Deutschland ein. Ebenso sonnig wie das Wetter war auch die Stimmung, denn nach Vorstellungsrunde und Sessionplanung war klar, dass die bunte Mischung der Teilnehmenden spannende Diskussionen verheißen würde: Angefangen bei der Frage nach der Rolle der Geisteswissenschaften in der Wissenschaftskommunikation, über das Geheimnis viraler Webvideos, bis hin zur Deutschlandpremiere von Sciddle – The Science Riddle. Der vielseitige Input der insgesamt elf verschiedenen Sessions wurde von engagierten Teilnehmenden auch in unserem Etherpad für die Nachwelt festgehalten.

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Ein kleiner Einblick in die Sessions soll aber auch an dieser Stelle gewährt werden. Gleich eine der ersten Sessions behandelte die Frage, wie Geisteswissenschaften sich in der Wissenschaftskommunikation besser gegen die scheinbar übermächtigen Naturwissenschaften behaupten können. Die Diskussion drehte sich um das Phänomen, dass die Geisteswissenschaften ständig ein diffuses Gefühl der Rechtfertigung beschleicht, weil die Öffentlichkeit oftmals relativ ungehalten mit Aussagen wie „Wozu ist das gut?“ oder „Das hätte ich dir auch so sagen können“ reagiert. Die Naturwissenschaften hingegen sonnen sich in dem Glanz ihrer Überlegenheit, vor dem die Öffentlichkeit Respekt hat und den sie aufgrund mangelnden Fachwissens auch nicht hinterfragt. Bei den in der Session versammelten Geistes- sowie Naturwissenschaftlern war von dieser feindlichen Stimmung jedoch nicht viel zu spüren. Konstruktiv wurde darüber debattiert, warum die Naturwissenschaften sich besser vermarkten, welche Vorteile Metaphern in den Naturwissenschaften haben und wie man Katzenvideos als Anknüpfungspunkt zu aktueller Forschung nutzen kann.

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Spielerisch ging es auch bei der Vorstellung von Sciddle – The Science Riddle zu. Das Prinzip war schnell erklärt: Es gilt, Termini der mathematischen Physik zu erklären, ohne Fachworte zu verwenden. Die Idee ist es, dieses pädagogische Spiel beispielsweise in Tutorien an der Universität einzusetzen. Die Forscher in dem erstmalig präsentierten Trailer machten ihre Sache, unterstützt durch bunte Animationen, schon recht gut. Später waren dann die Sessionteilnehmer gefragt und stellten fest, dass man nicht erst ein Tutorium besuchen muss, um richtig Spaß an dem Spiel zu haben. Passend zum gesuchten Wort „Akustik“ unterbrach der Pausengong jäh die Spielfreude. Aber weil Regeneration mindestens ebenso wichtig ist wie Training, waren die Pausen zwischen den Sessions auch sehr beliebt. Hier konnten neue Kontakte geknüpft oder Themen vertieft werden, die in den 45 Minuten einer Session zu kurz gekommen sind. Der kulinarische Höhepunkt war dann definitiv die große Mittagspause, in der sich die Teilnehmer an veganen sowie vegetarischen Spezialitäten vom Mittelmeer stärken konnten. Von einem Mittagstief war danach jedoch nicht viel zu spüren: bestens im Zeitplan starteten um 16 Uhr die letzten Sessions. Eine davon behandelte Snapchat, den Instant-Messaging Dienst, der mit dem Reiz der Vergänglichkeit spielt, indem die Inhalte nur wenige Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst zerstören. Während einige darin eine geniale Möglichkeit der Schaffung von Nähe, Authentizität  und Aktualität sahen (bei Snapchat werden nämlich keine aufwendigen Hochglanzvideos produziert, sondern eher ruckelige Momentaufnahmen), argumentierten andere, dass die Selbstzerstörung vor allen Dingen Zeitstress auslöse. Zudem gebe es keine Möglichkeit der Analyse von Inhalten im Nachhinein. Einig waren sich die Diskutanten aber darin, dass man Snapchat als derzeit am schnellsten wachsendes soziales Netzwerk auf keinen Fall aus den Augen lassen sollte.

Schließlich wurden in einer letzten gemeinsamen Session noch einmal alle elf Sessions kurz zusammengefasst. Danach stellten sich die Organisatoren dem direkten Feedback der Teilnehmer, wobei eines sich deutlich herauskristallisierte: viele hätten sich noch einen zweiten Tag des Barcamps gewünscht. Ebenso kam der Wunsch nach Wiederholung der Veranstaltung im kommenden Jahr auf. Am Ende des langen Tages bestand noch die Möglichkeit, im Biergarten den Tag ausklingen zu lassen. Trotz Champions League Finale kreisten auch hier die Gespräche vorwiegend ums wissenschaftliche Webvideo und Wissenschaftskommunikation ganz allgemein.  

Ready, Steady, Go! Fast Forward Science startet in eine neue Runde

Das Warten hat ein Ende! Ab sofort ist der Weg frei für eure Webvideos zu aktuellen Forschungsthemen! Überrascht uns mit euren kreativen Ideen, ganz gleich ob Physik, Medizin oder Anglistik. Gewünscht ist, was euch, uns und die Netzgemeinde begeistert.
Außerdem: We proudly present unsere neue Kategorie Vision! Erstmalig suchen wir Videos zu visionären Zukunftsthemen. Aus den Vorjahren bekannt und wieder mit dabei sind die Kategorien Substanz und Scitainment. Außerdem neu dabei in diesem Jahr: Der DFG-Spezialpreis MeerWissen für Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren, beziehungsweise von der 8. bis zur 13. Klasse.

Wenn ihr Wissenschafts-begeistert seid und das Webvideo-Handwerk beherrscht – oder euch aneignen wollt – dann reicht uns bis zum 31. Juli eure Videos ein! Wir freuen uns auf eine Menge spannende, lustige, kreative, bestimmt auch mal verrückte und immer interessante Einsendungen! Alle Informationen zu den verschiedenen Kategorien des Wettbewerbs findet ihr in der offiziellen Ausschreibung sowie bei den Teilnahmebedingungen, die euer Video erfüllen muss.

Der mit insgesamt 20.000€ dotierte Webvideo Wettbewerb Fast Forward Science findet seit 2013 jährlich statt und wir von Wissenschaft im Dialog und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft veranstaltet.

Zu Besuch bei einem der ältesten Science-Film-Festivals in Europa

Über 400 Film-Screenings, ein umfangreiches Begleitprogramm und ein gut gemischtes Publikum aus internationalen und tschechischen Science-Filmern, Filmfans und lokaler Bevölkerung: So präsentierte sich am letzten Wochenende das 51. International Festival of Science Documentary Films (Academic Film Olomouc – AFO51) in Olomouc. Das Festival ist nicht nur das größte seiner Art in Tschechien sondern zählt auch zu den ältesten Science-Film-Festivals in Zentraleuropa. Organisiert und kuratiert wird es von Matěj Dostálek (Festivaldirektor) und Jakub Ráliš (Programmdirektor) von der Palacký Universität. Besonders charmant ist dabei die Vielfalt der Veranstaltungsorte: Diese liegen über die ganze Innenstadt verteilt und locken die Besucherinnen und Besucher in Kinos, Hörsäle und Museumsfoyers, aber auch an ungewöhnlichere Orte wie eine Kapelle. Alle Veranstaltungen des Festivals können kostenfrei besucht werden – so finden sich nicht nur viele Studenten sondern auch Bewohner der Stadt in den Sälen wieder.

Und auch wir gehörten dieses Jahr zu den über 5000 Besuchern: In einer Panel-Diskussion haben wir Fast Forward Science – den Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft vorgestellt und gemeinsam mit Lukasz Lamza vom Copernikus Centre for Interdisciplinary Studies in Krakau/Polen und Thilo Körkel von dem Videoportal SciViews das Thema „Viral Science“ diskutiert. Der Fokus lag hierbei auf Webvideos, welche sich viral verbreiten, also überdurchschnittlich viel über Soziale Medien geteilt und gesehen werden.

Ein spannender Aspekt der Diskussion war zum Beispiel die optimale Länge von Webvideos: In welcher Zeitspanne kann man thematisch in die Tiefe gehen ohne dass die Zuschauer wegklicken? Unserer Erfahrung aus Fast Forward Science ist, dass ein Webvideo nicht länger als acht bis neun Minuten sein sollte, in den vergangenen Wettbewerbsjahren war dies die maximale Länge der Gewinnervideos.

Das Copernikus Centre in Krakau sah sich aber zum Beispiel mit einem erhöhten Wissensbedarfs der Zuschauer konfrontiert: Drei- bis fünfminütige Youtube-Clips waren nicht mehr ausreichend. Nun experimentiert man dort mit einem neuen Weiterbildungsangebot, bei dem komplexe Themen in mehreren Webvideos á 10 bis max. 15 Minuten dargestellt werden.

Eine andere Idee wissenschaftliche Videoclips mit weiterführenden Informationen zu verbinden verfolgt das Videoportal SciView: Dieses versieht Webvideos mit redaktionellen Texten um so Hintergrundinformationen zur besseren Einordnung zu liefern.

Der Höhepunkt des Festivals war die Preisverleihung im vollbesetzten Saal des Metropol-Kinos. Moderiert wurde diese von dem in Tschechien sehr bekannten Schauspieler Tomas Hanak – durch simultane Übersetzung konnten auch die internationalen Gäste folgen. Insgesamt wurden acht Awards vergeben, an dieser Stelle seien die Gewinner des Publikumsvotings „Wild Africa 3D“ von Mike Slee und Patrick Morris, der Gewinner des Kurzfilm Awards: „When AIDS was funny“ von Scott Calonico und der Gewinner der Hauptkategorie „Ice and the Sky“ von Luc Jacquet besonders erwähnt.

Das AFO Festival ist definitiv eine Reise wert und neben den „klassischen“ Science-Filmen gibt es zahlreiche Diskussionsveranstaltungen zur Zukunft von neuen Filmformaten und Wissenschaftskommunikation allgemein zu erleben. Wir sind gespannt auf das kommende Jahr!

Hier entlang zum Fast Forward Science Barcamp…

Pfeil mit Filter2

Was haben Forschung und  Filmemachen gemeinsam? Für beides braucht man Detailverliebtheit, Begeisterungsfähigkeit und Freude am Querdenken!

Wenn ihr euch in diesen Eigenschaften wiedererkennt, Wissenschaftskommunikatoren, Webvideo-Macher, YouTuber, Filmemacher oder einfach an Wissenschaftskommunikation interessiert seid, dann schaut vorbei beim Fast Forward Science Barcamp!

Hier könnt ihr in aller Ruhe diskutieren, wie man ein richtig gutes Webvideo für die Wissenschaft produziert, mit Gleichgesinnten Fragen des Storytellings oder der Zuschauer-Ansprache diskutieren und von dem ein oder anderen Insider-Tipp profitieren. Und wie bei einem Barcamp üblich: Alles liegt in euren Händen –  Themenfindung, Agenda-Planung, Diskussion und Ergebnisse.
Falls ihr schon Ideen oder Vorschläge für eure Sessions habt, teilt uns diese gerne vorab per Mail an Wiebke Hahn mit. 

Was: kostenloses Fast Forward Science Barcamp
Wann: Samstag, den 28.05.2016, 9.30-17.30 Uhr (WarmUp am Freitag, den 27.05.2016, 19 Uhr im Salon Schmück, Skalitzer Straße 80, 10997 Berlin)
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
Wer: Alle, die sich für wissenschaftliche Webvideos begeistern!
Anmeldung: Mail an Wiebke Hahn möglich.

Teil 3: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Durch Missverständnisse erfolgreich
In Wien schließlich, habe ich das „European Science Film Festival!“ besucht. Das Festival fokussiert vornehmlich auf längere Wissenschaftsdokumentationen, die meist 40 Minuten oder länger sind. Dennoch gab es auch hier eine rege Diskussion über Wissenschaftsvideos im Web, insbesondere mit Derek Muller vom YouTube-Kanal Veritasium.

Veritasium zählt mit über drei Millionen Abonnenten zu den größeren der englischsprachigen Wissenschaftskanäle auf YouTube. Derek Mullers Ziel ist nicht nur, unterhaltsame Videos zu produzieren, sondern auch einen hohen Lerneffekt bei den Zuschauern zu erzielen. In seiner Promotion forschte er zum erfolgreichen Einsatz von Videos in der Lehre von Physik. Die grundlegenden Erkenntnisse, fasst er u.a. in diesem Video zusammen. Zwei Faktoren sind demnach von großer Bedeutung, um den Lernerfolg durch Videos zu steigern, auf beide möchte ich kurz eingehen:

Wichtig ist zunächst, mit Missverständnissen aufzuräumen. Das Prinzip der „misconceptions“, bei welchem zunächst eine wissenschaftlich falsche Erklärung geliefert wird, kann zwar etwas verwirrend sein, es trägt jedoch dazu bei, dass der Zuschauer aufmerksamer ist. Beispielhafte Videos von Veritasium, die diesem Prinzip folgen, finden sich hier:


Beginnt ein Video direkt mit der korrekten Erklärung eines wissenschaftlichen Zusammenhangs, neigt der Zuschauer dazu, abzuschalten, da er denkt, den Inhalt bereits zu kennen und gut verstanden zu haben. An dieser Stelle zitiert Derek, Richard Feynman, Physiker und Nobelpreisträger: „The first principle is that you must not fool yourself and you are the easiest person to fool.“.

Dies führt uns zum zweiten Faktor, dem Grad der geistigen Anstrengung. „Mental effort“ bezeichnet den Zustand, bei dem der Zuschauer vom passiven Konsumieren eines Videos hin zu aktivem Mitdenken bewegt wird. Auch dieses Prinzip nutzt Derek Muller ausgiebig auf seinem Kanal Veritasium. Eine Auswahl an Videos dazu befindet sich u.a. in der „Test Yourself!“-Playlist:


In diesen Videos wird der Zuschauer immer wieder aufgefordert, eigene Vorhersagen zu treffen.

Und was braucht ein Video nun, um auch viele Zuschauer zu erreichen? Derek Muller sagt, wenn man in dem Video eine Thematik aufgreife, die relevant für den Alltag und trotzdem ungewöhnlich sei, dann stehen die Chancen gut, dass sich das Video auch viral im Netz verbreite.

Teil 2: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Authentisch, verständlich und schön anzusehen – Erfolgsfaktoren deutschsprachiger Videomacher

Natürlich hab ich mir auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, mit denjenigen zu sprechen, die im deutschsprachigen Raum erfolgreich sind. Im Rahmen des 8. Forum Wissenschaftskommunikation fand die diesjährige Preisverleihung des Webvideo-Wettbewerbs Fast Forward Science statt. Dabei führten wir mit den Erstplatzierten Interviews.

Die Frau für Herausforderungen unter Zeitdruck, Maike Nicolai, Gewinnerin der “48h-Challenge Super Fast” betont, dass es auf die Motivation ankommt. Warum möchte ich machen, was ich mache? Wenn man diese Begeisterung dann noch auf das eigene Team übertragen könne, zögen alle an einem Strang.

„Wissenschaft muss nicht nur seriös sein, sondern auch gut aussehen!“ Karim Niazi,  Gewinner unserer Kategorie “Untitled. Künstlerisch│Wissenschaftliche Videos” setzt sich für das Schöne ein. Und bemerkt vollkommen zu Recht, dass es noch gar nicht lange her sei, dass Wissenschaft und Schöngeistiges Hand in Hand gingen, siehe Leonardo Da Vinci.

Sich selbst klar werden, was man eigentlich macht. Ein kurzes und simples Konzept zu haben, das ist das Erfolgsgeheimnis von Nico und Alex von TheSimpleClub. Den Gewinnern des Community Awards ist außerdem wichtig: Vor der Kamera immer man selbst zu sein, denn Authentizität lässt sich nicht vortäuschen. Wenn man dann auch noch viele Abonnenten mit seinem YouTube-Kanal erreichen möchte, sei eine Regelmäßigkeit und Häufigkeit an Beiträgen unabdingbar.

Stefan Müller, Mathe- und Physiklehrer und Gewinner der Kategorie Scitainment, setzt auf grundlegende Werte: Verständlich und unterhaltend müssten Wissenschafts-Webvideos sein. „Wissenschaft muss anschaulich rüber gebracht werden, es muss einfach, verständlich und interessant sein. Hier und da einen Spaß einbauen, damit die Leute bei der der Sache bleiben.“

Und schließlich unser „Wiederholungstäter“: David Peter gewann nicht nur im vergangenen Jahr in der Kategorie Super Fast, sondern er beteiligte sich auch in diesem Jahr mit zwei Videos am Wettbewerb. Und – was soll man sagen – beide waren erfolgreich! 1. Platz in der Kategorie Substanz und Platz 2. in der 48h-Challenge Super Fast. Er sagt: „Wichtig ist, dass man die Videos auch gerne guckt. Was ist der Kern der Geschichte und wie kann ich den umsetzen – humoristisch auch – dass es einen anderen interessiert?“

Teil 1: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Was macht man ein gutes Wissenschafts-Webvideo aus? Was zählt mehr – Unterhaltsamkeit, Verständlichkeit oder Visualisierung? So unterschiedlich, wie wissenschaftliche Webvideos sind, so verschieden sind auch die Erfolgskonzepte dahinter. In diesem Blogbeitrag möchte ich verschiedene Aspekte zusammentragen: Inspiriert von dem Workshop „Von englischsprachigen YouTube-Wissen(schaft)svideos lernen“ von Henning Krause auf dem 8. Forum Wissenschaftskommunikation, der Preisverleihung unseres Webvideo-Wettbewerbs Fast Forward Science und den Interviews mit den Preisträgern von 2015 sowie dem Besuch des „European Science Film Festival“, auf welchem ich darüber mit Derek Muller von Veritasium gesprochen habe. Teil zwei und drei folgen dann in den kommenden Tagen.

Der Blick in die Ferne: Warum englischsprachige Wissenschafts-Webvideos so erfolgreich sind
Beginnen wir also mit den Ergebnissen aus dem Workshop von Hennig Krause und Katja Machill. Kein Geheimnis, aber trotzdem wichtig für die Betrachtung ist: die englischsprachige Community ist um einiges größer, als die deutschsprachige. Es gibt nicht nur mehr Menschen, die
Wissenschafts-Webvideos sehen, sondern auch mehr Videomacher. Das ist jedoch nicht alles: deutschsprachige und englischsprachige Wissenschafts-Webvideos unterscheiden sich häufig in der Erzählweise, so sind englischsprachige Videos häufig sehr unterhaltsam. Edutainment ist hier das Stichwort. Oft wird in den Videos ein einzelner Effekt aufgegriffen, an welchem dann ein wissenschaftliches Phänomen erläutert wird. Idealerweise knüpft dieser Effekt an unser tägliches Leben an, kann vielleicht sogar mit einfachsten Mitteln nachgestellt werden und ist trotzdem ungewöhnlich. Die Erklärung dazu erfolgt dann in einer extrem unterhaltsamen Art und Weise, eine gute Auswahl an Beispielen hierzu findet sich in dem Blogartikel von Henning Krause. Die Videomacher sind häufig selbst im Bild zu sehen und in ihrer Art sehr prägend für das Geschehen – eben echte Persönlichkeiten. Die Machart der Videos variiert dabei von semi-amateurhaft bis hin zu professionell. Auffallend dabei ist, dass auch in den professionellen Produktionen oft das „Amateurhafte“ als Stilelement eingesetzt wird (wie unruhige Kameraführung etc.).

Alles nur Party-Klugscheißer-Physik, wie ein Workshopteilnehmer bemerkte? Mitnichten. Viele der Kanäle nutzen zwar leicht verständliche Phänomene und eine extrem unterhaltsame Erzählweise, erklären anhand dieser aber aktuelle Forschung. Nicht selten sind die Videos dann auch gut 10 Minuten lang, manchmal sogar noch länger.

Das war die FFS-Preisverleihung 2015!

Wenn auch mit leichter Verspätung möchten wir hier doch noch einige Impressionen der Fast Forward Science Preisverleihung 2015 mit Euch teilen. Wir waren in diesem Jahr wieder zu Gast beim Forum Wissenschaftskommunikation, welches vom 30. November bis 2.Dezember in der Meistersingerhalle in Nürnberg stattfand.
Am Abend des 1. Dezembers, dem Ende des zweiten Konferenztages, fand dann die Fast Forward Science Preisverleihung statt. Was uns besonders freute: alle Preisträger hatten den Weg nach Nürnberg gefunden und dafür teils wirklich lange Zugfahrten auf sich genommen. Die Laudationes wurden von Mitgliedern der Jury gehalten, die Moderation des Abends übernahm Ulrich Grünwald von Quarks & Co. Er führte durch die 1 ½ Stunden Preisverleihung, in denen Preisträger in 2 Spezialpreisen und 3 Kategorien geehrt, 5 prämierte Videos gezeigt und 13 Blumen an die Preisträger verteilt wurden.
Natürlich durfte bei der anschließenden Aftershow-Party auch die richtige Livemusik nicht fehlen und so bildeten sich schnell Paare, welche zu dem Polkarock von Vladiwoodstok aus Nürnberg tanzten.
Trotzdem der Abend etwas länger war, nahmen viele der Preisträger an dem Barcamp am nächsten Morgen teil und nutzen die Chance mit Teilnehmern der Konferenz ins Gespräch zu kommen.