Ready, Steady, Go! Fast Forward Science startet in eine neue Runde

Das Warten hat ein Ende! Ab sofort ist der Weg frei für eure Webvideos zu aktuellen Forschungsthemen! Überrascht uns mit euren kreativen Ideen, ganz gleich ob Physik, Medizin oder Anglistik. Gewünscht ist, was euch, uns und die Netzgemeinde begeistert.
Außerdem: We proudly present unsere neue Kategorie Vision! Erstmalig suchen wir Videos zu visionären Zukunftsthemen. Aus den Vorjahren bekannt und wieder mit dabei sind die Kategorien Substanz und Scitainment. Außerdem neu dabei in diesem Jahr: Der DFG-Spezialpreis MeerWissen für Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren, beziehungsweise von der 8. bis zur 13. Klasse.

Wenn ihr Wissenschafts-begeistert seid und das Webvideo-Handwerk beherrscht – oder euch aneignen wollt – dann reicht uns bis zum 31. Juli eure Videos ein! Wir freuen uns auf eine Menge spannende, lustige, kreative, bestimmt auch mal verrückte und immer interessante Einsendungen! Alle Informationen zu den verschiedenen Kategorien des Wettbewerbs findet ihr in der offiziellen Ausschreibung sowie bei den Teilnahmebedingungen, die euer Video erfüllen muss. Einreichen könnt ihr euer Video dann über unser Anmeldeformular.

Der mit insgesamt 20.000€ dotierte Webvideo Wettbewerb Fast Forward Science findet seit 2013 jährlich statt und wir von Wissenschaft im Dialog und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft veranstaltet.

Zu Besuch bei einem der ältesten Science-Film-Festivals in Europa

Über 400 Film-Screenings, ein umfangreiches Begleitprogramm und ein gut gemischtes Publikum aus internationalen und tschechischen Science-Filmern, Filmfans und lokaler Bevölkerung: So präsentierte sich am letzten Wochenende das 51. International Festival of Science Documentary Films (Academic Film Olomouc – AFO51) in Olomouc. Das Festival ist nicht nur das größte seiner Art in Tschechien sondern zählt auch zu den ältesten Science-Film-Festivals in Zentraleuropa. Organisiert und kuratiert wird es von Matěj Dostálek (Festivaldirektor) und Jakub Ráliš (Programmdirektor) von der Palacký Universität. Besonders charmant ist dabei die Vielfalt der Veranstaltungsorte: Diese liegen über die ganze Innenstadt verteilt und locken die Besucherinnen und Besucher in Kinos, Hörsäle und Museumsfoyers, aber auch an ungewöhnlichere Orte wie eine Kapelle. Alle Veranstaltungen des Festivals können kostenfrei besucht werden – so finden sich nicht nur viele Studenten sondern auch Bewohner der Stadt in den Sälen wieder.

Und auch wir gehörten dieses Jahr zu den über 5000 Besuchern: In einer Panel-Diskussion haben wir Fast Forward Science – den Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft vorgestellt und gemeinsam mit Lukasz Lamza vom Copernikus Centre for Interdisciplinary Studies in Krakau/Polen und Thilo Körkel von dem Videoportal SciViews das Thema „Viral Science“ diskutiert. Der Fokus lag hierbei auf Webvideos, welche sich viral verbreiten, also überdurchschnittlich viel über Soziale Medien geteilt und gesehen werden.

Ein spannender Aspekt der Diskussion war zum Beispiel die optimale Länge von Webvideos: In welcher Zeitspanne kann man thematisch in die Tiefe gehen ohne dass die Zuschauer wegklicken? Unserer Erfahrung aus Fast Forward Science ist, dass ein Webvideo nicht länger als acht bis neun Minuten sein sollte, in den vergangenen Wettbewerbsjahren war dies die maximale Länge der Gewinnervideos.

Das Copernikus Centre in Krakau sah sich aber zum Beispiel mit einem erhöhten Wissensbedarfs der Zuschauer konfrontiert: Drei- bis fünfminütige Youtube-Clips waren nicht mehr ausreichend. Nun experimentiert man dort mit einem neuen Weiterbildungsangebot, bei dem komplexe Themen in mehreren Webvideos á 10 bis max. 15 Minuten dargestellt werden.

Eine andere Idee wissenschaftliche Videoclips mit weiterführenden Informationen zu verbinden verfolgt das Videoportal SciView: Dieses versieht Webvideos mit redaktionellen Texten um so Hintergrundinformationen zur besseren Einordnung zu liefern.

Der Höhepunkt des Festivals war die Preisverleihung im vollbesetzten Saal des Metropol-Kinos. Moderiert wurde diese von dem in Tschechien sehr bekannten Schauspieler Tomas Hanak – durch simultane Übersetzung konnten auch die internationalen Gäste folgen. Insgesamt wurden acht Awards vergeben, an dieser Stelle seien die Gewinner des Publikumsvotings „Wild Africa 3D“ von Mike Slee und Patrick Morris, der Gewinner des Kurzfilm Awards: „When AIDS was funny“ von Scott Calonico und der Gewinner der Hauptkategorie „Ice and the Sky“ von Luc Jacquet besonders erwähnt.

Das AFO Festival ist definitiv eine Reise wert und neben den „klassischen“ Science-Filmen gibt es zahlreiche Diskussionsveranstaltungen zur Zukunft von neuen Filmformaten und Wissenschaftskommunikation allgemein zu erleben. Wir sind gespannt auf das kommende Jahr!

Hier entlang zum Fast Forward Science Barcamp…

Pfeil mit Filter2

Was haben Forschung und  Filmemachen gemeinsam? Für beides braucht man Detailverliebtheit, Begeisterungsfähigkeit und Freude am Querdenken!

Wenn ihr euch in diesen Eigenschaften wiedererkennt, Wissenschaftskommunikatoren, Webvideo-Macher, YouTuber, Filmemacher oder einfach an Wissenschaftskommunikation interessiert seid, dann schaut vorbei beim Fast Forward Science Barcamp!

Hier könnt ihr in aller Ruhe diskutieren, wie man ein richtig gutes Webvideo für die Wissenschaft produziert, mit Gleichgesinnten Fragen des Storytellings oder der Zuschauer-Ansprache diskutieren und von dem ein oder anderen Insider-Tipp profitieren. Und wie bei einem Barcamp üblich: Alles liegt in euren Händen –  Themenfindung, Agenda-Planung, Diskussion und Ergebnisse.
Falls ihr schon Ideen oder Vorschläge für eure Sessions habt, teilt uns diese gerne vorab per Mail an Wiebke Hahn mit. 

Was: kostenloses Fast Forward Science Barcamp
Wann: Samstag, den 28.05.2016, 9.30-17.30 Uhr (WarmUp am Freitag, den 27.05.2016, 19 Uhr im Salon Schmück, Skalitzer Straße 80, 10997 Berlin)
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
Wer: Alle, die sich für wissenschaftliche Webvideos begeistern!
Anmeldung: Einfach hier ein Ticket buchen:

Alternativ ist eine Anmeldung per Mail an Wiebke Hahn möglich.

Teil 3: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Durch Missverständnisse erfolgreich
In Wien schließlich, habe ich das „European Science Film Festival!“ besucht. Das Festival fokussiert vornehmlich auf längere Wissenschaftsdokumentationen, die meist 40 Minuten oder länger sind. Dennoch gab es auch hier eine rege Diskussion über Wissenschaftsvideos im Web, insbesondere mit Derek Muller vom YouTube-Kanal Veritasium.

Veritasium zählt mit über drei Millionen Abonnenten zu den größeren der englischsprachigen Wissenschaftskanäle auf YouTube. Derek Mullers Ziel ist nicht nur, unterhaltsame Videos zu produzieren, sondern auch einen hohen Lerneffekt bei den Zuschauern zu erzielen. In seiner Promotion forschte er zum erfolgreichen Einsatz von Videos in der Lehre von Physik. Die grundlegenden Erkenntnisse, fasst er u.a. in diesem Video zusammen. Zwei Faktoren sind demnach von großer Bedeutung, um den Lernerfolg durch Videos zu steigern, auf beide möchte ich kurz eingehen:

Wichtig ist zunächst, mit Missverständnissen aufzuräumen. Das Prinzip der „misconceptions“, bei welchem zunächst eine wissenschaftlich falsche Erklärung geliefert wird, kann zwar etwas verwirrend sein, es trägt jedoch dazu bei, dass der Zuschauer aufmerksamer ist. Beispielhafte Videos von Veritasium, die diesem Prinzip folgen, finden sich hier:


Beginnt ein Video direkt mit der korrekten Erklärung eines wissenschaftlichen Zusammenhangs, neigt der Zuschauer dazu, abzuschalten, da er denkt, den Inhalt bereits zu kennen und gut verstanden zu haben. An dieser Stelle zitiert Derek, Richard Feynman, Physiker und Nobelpreisträger: „The first principle is that you must not fool yourself and you are the easiest person to fool.“.

Dies führt uns zum zweiten Faktor, dem Grad der geistigen Anstrengung. „Mental effort“ bezeichnet den Zustand, bei dem der Zuschauer vom passiven Konsumieren eines Videos hin zu aktivem Mitdenken bewegt wird. Auch dieses Prinzip nutzt Derek Muller ausgiebig auf seinem Kanal Veritasium. Eine Auswahl an Videos dazu befindet sich u.a. in der „Test Yourself!“-Playlist:


In diesen Videos wird der Zuschauer immer wieder aufgefordert, eigene Vorhersagen zu treffen.

Und was braucht ein Video nun, um auch viele Zuschauer zu erreichen? Derek Muller sagt, wenn man in dem Video eine Thematik aufgreife, die relevant für den Alltag und trotzdem ungewöhnlich sei, dann stehen die Chancen gut, dass sich das Video auch viral im Netz verbreite.

Teil 2: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Authentisch, verständlich und schön anzusehen – Erfolgsfaktoren deutschsprachiger Videomacher

Natürlich hab ich mir auch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, mit denjenigen zu sprechen, die im deutschsprachigen Raum erfolgreich sind. Im Rahmen des 8. Forum Wissenschaftskommunikation fand die diesjährige Preisverleihung des Webvideo-Wettbewerbs Fast Forward Science statt. Dabei führten wir mit den Erstplatzierten Interviews.

Die Frau für Herausforderungen unter Zeitdruck, Maike Nicolai, Gewinnerin der “48h-Challenge Super Fast” betont, dass es auf die Motivation ankommt. Warum möchte ich machen, was ich mache? Wenn man diese Begeisterung dann noch auf das eigene Team übertragen könne, zögen alle an einem Strang.

„Wissenschaft muss nicht nur seriös sein, sondern auch gut aussehen!“ Karim Niazi,  Gewinner unserer Kategorie “Untitled. Künstlerisch│Wissenschaftliche Videos” setzt sich für das Schöne ein. Und bemerkt vollkommen zu Recht, dass es noch gar nicht lange her sei, dass Wissenschaft und Schöngeistiges Hand in Hand gingen, siehe Leonardo Da Vinci.

Sich selbst klar werden, was man eigentlich macht. Ein kurzes und simples Konzept zu haben, das ist das Erfolgsgeheimnis von Nico und Alex von TheSimpleClub. Den Gewinnern des Community Awards ist außerdem wichtig: Vor der Kamera immer man selbst zu sein, denn Authentizität lässt sich nicht vortäuschen. Wenn man dann auch noch viele Abonnenten mit seinem YouTube-Kanal erreichen möchte, sei eine Regelmäßigkeit und Häufigkeit an Beiträgen unabdingbar.

Stefan Müller, Mathe- und Physiklehrer und Gewinner der Kategorie Scitainment, setzt auf grundlegende Werte: Verständlich und unterhaltend müssten Wissenschafts-Webvideos sein. „Wissenschaft muss anschaulich rüber gebracht werden, es muss einfach, verständlich und interessant sein. Hier und da einen Spaß einbauen, damit die Leute bei der der Sache bleiben.“

Und schließlich unser „Wiederholungstäter“: David Peter gewann nicht nur im vergangenen Jahr in der Kategorie Super Fast, sondern er beteiligte sich auch in diesem Jahr mit zwei Videos am Wettbewerb. Und – was soll man sagen – beide waren erfolgreich! 1. Platz in der Kategorie Substanz und Platz 2. in der 48h-Challenge Super Fast. Er sagt: „Wichtig ist, dass man die Videos auch gerne guckt. Was ist der Kern der Geschichte und wie kann ich den umsetzen – humoristisch auch – dass es einen anderen interessiert?“

Teil 1: Unterhalten, Erklären, Visualisieren – so entstehen gute Wissenschafts-Webvideos #gutgemacht

Was macht man ein gutes Wissenschafts-Webvideo aus? Was zählt mehr – Unterhaltsamkeit, Verständlichkeit oder Visualisierung? So unterschiedlich, wie wissenschaftliche Webvideos sind, so verschieden sind auch die Erfolgskonzepte dahinter. In diesem Blogbeitrag möchte ich verschiedene Aspekte zusammentragen: Inspiriert von dem Workshop „Von englischsprachigen YouTube-Wissen(schaft)svideos lernen“ von Henning Krause auf dem 8. Forum Wissenschaftskommunikation, der Preisverleihung unseres Webvideo-Wettbewerbs Fast Forward Science und den Interviews mit den Preisträgern von 2015 sowie dem Besuch des „European Science Film Festival“, auf welchem ich darüber mit Derek Muller von Veritasium gesprochen habe. Teil zwei und drei folgen dann in den kommenden Tagen.

Der Blick in die Ferne: Warum englischsprachige Wissenschafts-Webvideos so erfolgreich sind
Beginnen wir also mit den Ergebnissen aus dem Workshop von Hennig Krause und Katja Machill. Kein Geheimnis, aber trotzdem wichtig für die Betrachtung ist: die englischsprachige Community ist um einiges größer, als die deutschsprachige. Es gibt nicht nur mehr Menschen, die
Wissenschafts-Webvideos sehen, sondern auch mehr Videomacher. Das ist jedoch nicht alles: deutschsprachige und englischsprachige Wissenschafts-Webvideos unterscheiden sich häufig in der Erzählweise, so sind englischsprachige Videos häufig sehr unterhaltsam. Edutainment ist hier das Stichwort. Oft wird in den Videos ein einzelner Effekt aufgegriffen, an welchem dann ein wissenschaftliches Phänomen erläutert wird. Idealerweise knüpft dieser Effekt an unser tägliches Leben an, kann vielleicht sogar mit einfachsten Mitteln nachgestellt werden und ist trotzdem ungewöhnlich. Die Erklärung dazu erfolgt dann in einer extrem unterhaltsamen Art und Weise, eine gute Auswahl an Beispielen hierzu findet sich in dem Blogartikel von Henning Krause. Die Videomacher sind häufig selbst im Bild zu sehen und in ihrer Art sehr prägend für das Geschehen – eben echte Persönlichkeiten. Die Machart der Videos variiert dabei von semi-amateurhaft bis hin zu professionell. Auffallend dabei ist, dass auch in den professionellen Produktionen oft das „Amateurhafte“ als Stilelement eingesetzt wird (wie unruhige Kameraführung etc.).

Alles nur Party-Klugscheißer-Physik, wie ein Workshopteilnehmer bemerkte? Mitnichten. Viele der Kanäle nutzen zwar leicht verständliche Phänomene und eine extrem unterhaltsame Erzählweise, erklären anhand dieser aber aktuelle Forschung. Nicht selten sind die Videos dann auch gut 10 Minuten lang, manchmal sogar noch länger.

Das war die FFS-Preisverleihung 2015!

Wenn auch mit leichter Verspätung möchten wir hier doch noch einige Impressionen der Fast Forward Science Preisverleihung 2015 mit Euch teilen. Wir waren in diesem Jahr wieder zu Gast beim Forum Wissenschaftskommunikation, welches vom 30. November bis 2.Dezember in der Meistersingerhalle in Nürnberg stattfand.
Am Abend des 1. Dezembers, dem Ende des zweiten Konferenztages, fand dann die Fast Forward Science Preisverleihung statt. Was uns besonders freute: alle Preisträger hatten den Weg nach Nürnberg gefunden und dafür teils wirklich lange Zugfahrten auf sich genommen. Die Laudationes wurden von Mitgliedern der Jury gehalten, die Moderation des Abends übernahm Ulrich Grünwald von Quarks & Co. Er führte durch die 1 ½ Stunden Preisverleihung, in denen Preisträger in 2 Spezialpreisen und 3 Kategorien geehrt, 5 prämierte Videos gezeigt und 13 Blumen an die Preisträger verteilt wurden.
Natürlich durfte bei der anschließenden Aftershow-Party auch die richtige Livemusik nicht fehlen und so bildeten sich schnell Paare, welche zu dem Polkarock von Vladiwoodstok aus Nürnberg tanzten.
Trotzdem der Abend etwas länger war, nahmen viele der Preisträger an dem Barcamp am nächsten Morgen teil und nutzen die Chance mit Teilnehmern der Konferenz ins Gespräch zu kommen.

ZKM Karlsruhe präsentiert Fast Forward Science Gewinnervideos

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Die Fast Forward Science Videos sind jetzt im ZKM zu sehen! (Foto: Gunnar Schmidt/ZKM Karlsruhe)

Aus digital wird analog: Die 12 Gewinnervideos des Webvideo-Wettbewerbs Fast Forward Science gibt es ab sofort nicht mehr nur im Internet. Sie werden bis zum 31. Januar 2016 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe präsentiert. Ihr findet sie dienstags bis sonntags,  11 – 18 Uhr in der ZKM_Medialounge, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe. Der Eintritt ist frei. Kommt vorbei!

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie ist ein Haus der Medien, in dem neben Malerei und Fotografie auch Medienkunst, Film, Video und Performances gezeigt werden. Die Fast Forward Science Gewinnervideos sind unter dem Titel VIDEO – WISSENSCHAFT – WEB Teil der GLOBALE, dem neuen Kunstereignis im digitalen Zeitalter.

Gewinner 2015: Die besten Wissenschaftsvideos

Matrix, BrickScience, düstere Städte, Plastikbecher-Labore und gelbe Tauchboote: Die Bilderwelt der der Gewinner von Fast Forward Science 2015 ist so vielfältig wie die Themen aus aktueller Wissenschaft und Forschung, mit denen sie sich auseinandersetzen. Viel Spaß beim Durchklicken!

>>Kategorie Substanz
>>Kategorie Scitainment
>>Kategorie Untitled.
>>Community-Award
>>Sonderpreis Super Fast

>>Kategorie Substanz
Um in der Kategorie Substanz ganz vorne mit dabei zu sein, muss das Webvideo aktuelle Wissenschaft und Forschung fundiert vermitteln. Objektive Darstellung, gründliche Recherche, Verständlichkeit und ein gewisser Unterhaltungswert – diese Anforderungen sind nicht ganz ohne. Die Wahl des Genres ist dabei frei und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Platz 1: Constraints on the universe as a Numerical Simulation

Traum und Realität: nicht immer lassen sich diese zwei gut voneinander unterscheiden. Was wäre, wenn unsere Realität – ähnlich wie in dem Filmklassiker Matrix – vielleicht nur eine Simulation ist? Dieser Frage geht auch der Kommunikator David Peter, von somethingwithscience nach. Das Video ist eine abwechslungsreiche Mischung aus klassischem Expertenstatement, hier von Prof. Dr. Hartmut Wittig von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Animation. David Peter zeigt, wie man mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch zu dem Schluss kommen könnte, dass unsere Realität doch nur eine Simulation ist. Und wenn es so wäre – würdet ihr es wissen wollen? Preisgeld 3.000 Euro

Platz 2: Gehirn-Computer-Schnittstelle – der direkte Draht zum Denken

Computer, die Gedanken lesen – das klingt nach Zukunftsmusik, ist aber gar nicht so unrealistisch. Forscher aus den Bereichen Physik, Informatik und Psychologie messen am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Gehirnströme und entwickeln eine „Gehirn-Computer-Schnittstelle“, über die zum Beispiel gelähmte Menschen kommunizieren können. Wie sich Mensch und Maschine vielleicht zukünftig austauschen, zeigt das Video in einer Mischung aus Stop-Motion-Animation und Interview. Dass der Jüngling mit den geröteten Wangen zu Beginn des Videos eine verblüffende Ähnlichkeit mit Dr. Moritz Grosse-Wentrup, dem Leiter der Forschungsgruppe hat, ist nur eines von vielen kleinen Details. Preisgeld 2.000 Euro

Platz 3: Früherkennung I Gentests und Designerbabys

Wann beginnt menschliches Leben? Was ist ein Designerbaby und wo liegt der Unterschied zwischen Präimplantations- und Pränataldiagnostik? Was ist technisch möglich und was davon in Deutschland auch erlaubt? Diese heiklen Fragen stellt sich der YouTuber Ben von SOundSo gesehen in einem typischen „Erklärvideo“. Die möglichen Antworten auf diese Fragen sind sehr komplex, das Video bietet jedoch einen guten Überblick zu dem Thema. Preisgeld 1.000 Euro

>>Kategorie Scitainment
In der Kategorie Scitainment achtet die Jury insbesondere darauf, dass das Webvideo auf unterhaltsame Art und Weise aktuellen Inhalt aus Forschung und Wissenschaft vermittelt. Wissenschaft ist spannend, sensationell, macht Spaß und begeistert. Und das sollte in den Videos auch rüber kommen!

Platz 1: Teilchenbeschleuniger – Brickscience TV

Die Suche nach den kleinsten, unteilbaren Teilchen! Sie hält weiter an und beschäftigt weiter die Wissenschaft. Selbst LEGO-Steine sind, wenn auch schwieriger, noch teilbar. Atome – wie von den alten Griechen vermutet – fallen ebenfalls aus. Lupe und Mikroskop helfen bei der Suche leider auch nicht weiter. Eine Lösung für das Problem, bietet jedoch die Technologie des Teilchenbeschleunigers. In diesem werden nämlich Frontalzusammenstöße von sehr kleinen Teilchen provoziert, um zu untersuchen, welche Einzelteile dabei zurück bleiben. Und hier helfen dann auch wieder LEGO-Steine weiter, wie der Brickfilmer Stefan Müller beweist. Zumindest um die Funktionsweise eines Teilchenbeschleunigers zu erklären. Preisgeld: 3.000 Euro

Platz 2: Power to Gas – Energiespeicher der Zukunft

Die Zunahme regenerativer Energien bringt ein Problem mit sich: Was machen wir, wenn wir durch einen etwas windigen und sonnigen Tag mehr Strom produzieren, als wir brauchen? Und woher kommt unser Strom, wenn es einmal regnet und kein Wind weht? Strom wollen wir ja trotzdem! Weil die Energie nicht einfach so verschenkt werden soll, arbeiten Forscher daran, dass man den überflüssigen Strom speichern und einfach später nutzen kann. Eine Idee ist es Strom in Gas umzuwandeln, welches dann später als Energie wieder eingesetzt werden kann. Oder kurz gesagt: Power to Gas. Wie das genau funktioniert, zeigen euch die Jungs von TheSimpleClub, in einem anschaulichen Experiment. Aber Vorsicht: Nachmachen im eigenen Wohnzimmer würden wir nicht empfehlen! Preisgeld: 2.000 Euro

Platz 3: Supraleitung: Auf der Überholspur

Was haben Kanadier und Elektronen gemeinsam? So einiges, wie in der Animation von Malte Derks von MD-Films und Jon Parnell vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung Stuttgart deutlich wird. Mit schauspielerischer Meisterleistung wird verdeutlicht, wie Stromleitungen funktionieren – und warum man diese durchaus mit dem Verkehr auf kanadischen Straßen vergleichen kann. Um Hindernisse zu vermeiden, bietet sich für Strom die Supraleitung an, äquivalent zu den Carpool-Lanes, den Sonderfahrbahnen für Fahrgemeinschaften im kanadischen Verkehrssystem. Die Schwierigkeit bei den Supraleitungen ist nur, dass es beinahe doppelt so kalt sein muss, wie im kältesten kanadischen Winter. Warum, erklärt euch Jon in dem Video. Preisgeld: 1.000 Euro

>>Kategorie Untitled
In dieser Kategorie werden Videos an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. Die Jury achtet hierbei besonders auf die künstlerische Qualität sowie den Einsatz ungewöhnlicher ästhetischer Mittel und die Nutzung der audio-visuellen Möglichkeiten.

Platz 1: Hydrocarbon

Durch detaillierte und animierte Zeichnungen in schwarz-weiß bringt der Künstler Karim Niazi eine komplexe Thematik in wenigen Minuten auf den Punkt. Unsere Gesellschaft steuert durch stetig steigenden Energiebedarf auf schwierige Zeiten zu. Wissenschaftler rechnen damit, bald das Maximum der jährlichen Fördermenge von Öl zu erreichen. Regenerative Energien allein werden den steigenden Bedarf an Energie weltweit nicht decken können. Die Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft sind schwer absehbar. Bleibt zu hoffen, dass unsere Zukunft nicht ganz so düster aussieht, wie in diesem Finalisten-Video. Preisgeld 3.000 Euro

Platz 2: Marble Spaceship

Ein schiffartiges Gebilde fliegt durch die Weite des Alls. Darauf: eine Art riesige, verschlungene Murmelbahn. Eine blaue Kugel scheinbar für immer in diesem System gefangen; ein Hoch und Runter auf den vorgegebenen Bahnen. Oder etwa doch nicht?
Das Video von Clara Lüning und Dr.-Ing. Wolfgang Höhl fasziniert, weil es ein ganz besonderes Universum schafft, zum Nachdenken anregt und viele Fragen offen lässt. Oder wofür steht denn eurer Meinung nach das Runterfallen der Kugel in den Abgrund?
Preisgeld 2.000 Euro

Der 3. Platz in der Kategorie Untitled wurde nicht vergeben.

>>Community-Award
Vom 1. Oktober bis zum 31. Oktober 2015 lief das Online-Voting für den Community Award. Wir haben jedes Mag-Ich und jeden positiven Kommentar gezählt. Kommentare, die dieDiskussion anstoßen und den Dialog bereichern, haben wir sogar doppelt gezählt! Zusammen mit den Finalisten der drei Kategorien kämpften die Super Fast-Gewinner um die Gunst der Zuschauer und Internetcommunity. Und so habt ihr entschieden:

Platz 1: Power to Gas – Energiespeicher der Zukunft

Die Zunahme regenerativer Energien bringt ein Problem mit sich: Was machen wir, wenn wir durch einen etwas windigen und sonnigen Tag mehr Strom produzieren, als wir brauchen? Und woher kommt unser Strom, wenn es einmal regnet und kein Wind weht? Strom wollen wir ja trotzdem! Weil die Energie nicht einfach so verschenkt werden soll, arbeiten Forscher daran, dass man den überflüssigen Strom speichern und einfach später nutzen kann. Eine Idee ist es Strom in Gas umzuwandeln, welches dann später als Energie wieder eingesetzt werden kann. Oder kurz gesagt: Power to Gas. Wie das genau funktioniert, zeigen euch die Jungs von TheSimpleClub, in einem anschaulichen Experiment. Aber Vorsicht: Nachmachen im eigenen Wohnzimmer würden wir nicht empfehlen! Preisgeld 500 Euro

Platz 2: Früherkennung I Gentests und Designerbabys

Wann beginnt menschliches Leben? Was ist ein Designerbaby und wo liegt der Unterschied zwischen Präimplantations- und Pränataldiagnostik? Was ist technisch möglich und was davon in Deutschland auch erlaubt? Diese heiklen Fragen stellt sich der YouTuber Ben von SOundSo gesehen in einem typischen „Erklärvideo“. Die möglichen Antworten auf diese Fragen sind sehr komplex, das Video bietet jedoch einen guten Überblick zu dem Thema. Preisgeld 300 Euro

Platz 3: Unsichtbar im Internet – anonym surfen

Was hat eine Kuh mit Datenschutz zu tun. Nun, eine Kuh schützt keine Daten und klaut keine Daten, aber eine Kuh hilft, um zu verstehen, was mit unseren Daten im Internet passiert. Und um noch mehr Verwirrung zu stiften: Eine Autokolonne braucht es dazu auch noch. Eigentlich – wie der Titel ja schon sagt – geht es um Datenübertragung und das Internet. Und das ist ein enorm wichtiges Thema. In Deutschland nutzen 76,8% aller Personen das Internet. Das sind rund 23 % mehr als noch vor 10 Jahren. Der NSA-Skandal und Edward Snowden haben ja verdeutlicht, wie massiv momentan die Mängel, Lücken und Schwachstellen in der Datensicherheit sind. Welche Tricks sich die neuere Forschung überlegt hat, um Datenpakete unbemerkt zu verschicken erklärt euch Finn vom YouTube-Kanal Bytethinks in seinem Video „Unsichtbar im Internet – anonym surfen“.
Preisgeld 200 Euro

>>Super Fast: 48h-Callenge
Videomacher treffen Wissenschaftler und Experten in ihrem Wellnesstempel, am Bahnhof auf dem Sprung zum nächsten Termin und beim Melone essen – so ist das wenn man in nur 48 Stunden ein Wissenschaftsvideo produzieren will. Bereits im Juni haben sich sechs Teams unserer 48h-Challenge Super Fast gestellt und ein Webvideo zum diesjährigen Thema UNDER PRESSURE produziert.

Platz 1: JAGO 25 Jahre unter Druck

JAGO steht unter echt großem Druck – und das schon seit 25 Jahren. In dem Video des GEOMAR Helmholtz-Zentrums in Kiel kommt das Forschungstauchboot JAGO zu Wort und berichtet von seinen Erlebnissen in 400 Metern Tiefe. In einem charmanten Interview mit seinem Betreuer Peter Striewski, erzählt JAGO warum er nach 25 Jahren unter Druck immer noch so frisch aussieht, von seinen Lieblingsthemen Navigation und Technik, und von wichtigen Einsätzen zwischen den Komoren und Norwegens Korallenriffen. Dabei erfährt man ganz nebenbei von aktuellen Expeditionen und Forschungsergebnissen. Preisgeld 500 Euro

Platz 2: 360grad Medienkonvergenz

Ein Video in 48 Stunden zu produzieren erzeugt ganz schön Druck. Großer Druck ist in der digitalisierten Medienwelt nichts Neues. Deshalb macht sich Kommunikator David Peter in seinem Video auf die Suche nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Medien und Medienforschung. Dabei erfährt er von dem Blogger Jannis Kucharz und der Professorin für Medienkonvergenz Birgit Stark, dass die Medienwelt ganz schön unter Druck steht: Konkurrenzdruck, wirtschaftlicher Druck, Aktualitätsdruck und auf Druck auf die Medienwissenschaft. Durch die 360 Grad-Filmtechnik wird man allein vom Zusehen in den Wirbel der immer schnelleren Medienwelt gesogen. Preisgeld 200 Euro

Platz 3: Künstliches Magma

Im inneren von Planeten herrscht besonders hoher Druck, was erheblichen Einfluss auf die Eigenschaften von Materialien hat. Dort können wir natürlich nicht forschen. In dem Video „Künstliches Magma“ des Portals Welt der Physik stellt das Team um den Leiter der Wissenschaftskommunikation des DESY Helmholtz-Zentrums in Hamburg ihren Messplatz vor an dem Material unter extremen Bedingungen erforscht wird. PostDoc Zuzana Konopkova kann an ihrem Messplatz nicht nur Materialproben untersuchen, sondern sogar künstliches Magma herstellen. Das DESY-Team zeigt mit ihrem Video die Rolle von Druck in aktueller Forschung. Preisgeld 100 Euro

#VoteNow Supraleitung: auf der Überholspur

Was haben Kanadier und Elektronen gemeinsam? So einiges, wie in der gezeichneten Animation von Malte Derks von MD Films und Jon Parnell vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung Ludwigsburg deutlich wird. In dem Video wird mit schauspielerischer Meisterleistung verdeutlicht, wie sich Elektronen zueinander verhalten und warum in Stromleitungen mit ähnlichen Hindernissen zu rechnen ist, wie auf kanadischen Straßen. Um diese Hindernisse zu umgehen, können Supraleitungen eingesetzt werden, sie funktionieren ähnlich wie die Carpool-Lane, eine extra Fahrbahn für Fahrgemeinschaften auf der Autobahn. Einziger Nachteil: es muss dazu aktuell beinahe doppelt so kalt sein, wie der kälteste kanadische Winter, der je gemessen wurde. Warum, erfahrt ihr in dem Video.


 
Wie funktioniert das Online-Voting?

Euch gefällt das Video? Dann diskutiert und bewertet es auf YouTube! Denn: „Supraleitung: auf der Überholspur“ gehört zu den 17 Finalisten von Fast Forward Science 2015, die vom 1. bis 31. Oktober am Online-Voting teilnehmen und um die Gunst der YouTube-Nutzer ringen. Das heißt: Ihr entscheidet, welche drei Videos den Publikumspreis ergattern. Wie? Ganz einfach: In besagtem Zeitraum entscheiden allein eure „Mag-Ichs” und Kommentare auf YouTube ob euer Lieblingsvideos gewinnt. Viel Spaß beim Voten.

Hier findet ihr alle Finalisten im Überblick.